Raumscan als GLB, USDZ oder OBJ exportieren: welches Format wofür

Ein Scan ist nur so nützlich wie die Orte, an die du ihn mitnehmen kannst. FloorLens exportiert das texturierte 3D-Modell jedes Scans jetzt in drei Formaten — GLB, USDZ und OBJ. Der Raum, den du in zwei Minuten aufgenommen hast, landet damit in Blender, in SketchUp, in einer Game-Engine, auf einer Exposé-Seite oder in AR mitten im Wohnzimmer deines Kunden. Hier steht, was wirklich in den Dateien steckt und wer zu welchem Format greift.

Ein Modell, drei Verpackungen

Alle drei Exporte entstehen aus demselben 3D-Modell — dem, das du in der 3D-Ansicht der App siehst. Sie unterscheiden sich nur darin, wie das Modell verpackt ist und welche Software es öffnen kann. Egal welches du wählst, du bekommst:

  • Wände, Böden, Decken und Öffnungen mit ihren Texturen. Hast du mit Textur-Baking aufgenommen, ist das die fotografische Textur des echten Raums; ohne Baking werden die Materialien der App (Eichenboden, gestrichener Putz) mit exportiert — das Modell kommt also nie als graue Masse an.
  • Echter Maßstab. Die Geometrie wird vom LiDAR-Sensor vermessen und in Metern geschrieben: Eine 4 m lange Wand kommt als 4 m an und bleibt überall nachmessbar.
  • Möbel als einfache farbige Boxen in der richtigen Größe und Position — genug, damit die Aufteilung lesbar bleibt, und leicht genug, um sie beim Staging durch echte Modelle zu ersetzen.
  • Was du auf dem Bildschirm siehst. Schaltest du in der App die Decken aus, fehlen sie auch im Export — du bekommst die offene Puppenhaus-Ansicht statt einer geschlossenen Kiste, die du erst aufschneiden musst.

GLB — das Allzweckformat

GLB ist die binäre Form von glTF, dem Format, auf das sich die 3D-Welt für fertige Modelle geeinigt hat. Es ist eine einzige eigenständige Datei: Geometrie, Materialien und Texturen stecken darin, es gibt nichts zusammenzuhalten. Blender, Cinema 4D, Unity, Unreal, Godot, three.js, der 3D-Betrachter von Windows und praktisch jeder Online-Viewer öffnen sie direkt.

Wenn du keinen konkreten Grund für ein anderes Format hast, nimm dieses. Auch der Web-Viewer von FloorLens läuft damit — eine GLB verhält sich in deinen Programmen also genauso wie der geteilte Link bei deinen Kunden.

USDZ — das Apple-Format

USDZ ist Apples 3D-Format aus einer einzigen Datei, und sein Kunststück heißt AR Quick Look: Du schickst jemandem eine USDZ, die Person tippt sie in Nachrichten, Mail, Dateien oder Safari an, und das Modell öffnet sich bildschirmfüllend auf iPhone oder iPad — ein Tipp weiter steht es in echter Größe im Raum vor ihr. Ohne App- Installation, ohne Konto.

Damit ist es das Format für Kunden, nicht für Kollegen. Auf dem Mac öffnet es sich zudem in der Vorschau und in Quick Look, sodass eine USDZ als „anhängen und es geht einfach auf"-Modell funktioniert — was GLB so noch nicht schafft.

OBJ — das universelle Format

Wavefront OBJ ist Jahrzehnte alt und wird fast überall gelesen — genau deshalb ist es dabei: Architektur- und CAD-Programme, die neuere Formate ignorieren — SketchUp, Rhino, 3ds Max, ältere CAD-Lizenzen, Rechner im Uni-Labor — nehmen eine OBJ anstandslos.

Das Format kann Texturen nicht in sich speichern, deshalb liefert FloorLens es als .zip mit der .obj-Geometrie, der .mtl-Materialdatei und den Texturbildern. Entpacke alles in einen Ordner und importiere die .obj von dort — ziehst du die Datei allein heraus, öffnet sie sich ohne Texturen.

Wer das braucht — und wofür

Innenarchitektinnen und 3D-Artists

Eine bestehende Wohnung aus Fotos und Zollstockmaßen von Hand nachzubauen, kostet einen Tag. Eine GLB zu importieren, kostet eine Minute. Hol den Scan als maßhaltige Hülle nach Blender oder Cinema 4D, lösche die Möbelboxen, setze echte Möbelmodelle hinein, leuchte aus und rendere — Wände, Fenster und Deckenhöhen sind die tatsächlichen des Kunden, das Rendering ist also ein Vorschlag und keine Illustration.

Architektur, Sanierung und Handwerk

Ein Bestandsmodell ist der Ausgangspunkt jeder Sanierungsplanung. OBJ in SketchUp oder Rhino gibt dir etwas zum Nachzeichnen, Einrasten und Prüfen von Abständen — dazu bei Bedarf Grundriss und PDF. Für ein Angebot oder eine Baustellendokumentation schlägt ein Scan, den man drehen kann, jeden Ordner voller Fotos, die niemand nachmessen kann.

Makler und virtuelles Home Staging

Staging-Dienstleister und freie 3D-Artists fragen vor dem Angebot meist nach einem Modell oder nach vermaßten Fotos. Eine GLB beantwortet beides. Und USDZ ist das Format für die Besichtigung: Schick das Modell per Nachricht an Interessenten, die nicht kommen konnten, und sie gehen auf dem Heimweg durch die Wohnung — oder du teilst den Scan gleich als Web-Link und sparst dir die Datei.

Möbelhandel und Passprüfungen

Passt der Schrank in die Nische — und kommt er überhaupt um die Ecke? Öffne die USDZ in AR oder stell die GLB in einem beliebigen 3D-Programm neben ein Möbelmodell, und die Antwort dauert Sekunden statt eines zweiten Vor-Ort-Termins. Dasselbe gilt für Küchenzeilen, Sofas, die durchs Treppenhaus müssen, und alles, was auf den Millimeter verkauft wird.

Game-, VR- und XR-Entwicklung

Echte Innenräume sind mühsam zu modellieren und teuer zu lizenzieren. Eine GLB landet direkt in Unity, Unreal oder Godot — als Blockout einer echten Wohnung, im echten Maßstab. Praktisch fürs Greyboxing, für VR-Walkthrough-Prototypen und um zu testen, wie sich ein Raum anfühlt, bevor ihn jemand sauber modelliert.

Webentwicklung

Eine GLB und ein paar Zeilen <model-viewer> oder three.js setzen einen drehbaren 3D-Raum auf eine Immobilienseite, ins Portfolio oder auf eine Uni-Website — selbst gehostet, ohne fremden Viewer und ohne Abo am Objekt.

Dokumentation, Versicherung und Lehre

Ein datiertes, vermessbares Modell ist ein gutes Beweisstück: der Zustand vor dem Einzug, ein Raum vor dem Abriss, ein Gebäude vor dem Gerüst. Und wer Vermessung, BIM oder 3D-Modellierung unterrichtet, gibt einem Kurs mit Handy-Scans am günstigsten zwanzig verschiedene echte Gebäude zum Arbeiten.

So exportierst du

  1. Öffne einen Scan und wechsle in die 3D-Ansicht.
  2. Stell die Ansicht so ein, wie du sie exportieren willst — schalte insbesondere die Decken aus, wenn du ein oben offenes Modell möchtest.
  3. Tippe auf Teilen → 3D-Modell exportieren und wähle GLB, USDZ oder OBJ.
  4. Verschicke die Datei, sichere sie in „Dateien" oder schick sie per AirDrop an deinen Mac. OBJ kommt als .zip — vor dem Import komplett entpacken.

Welches nimmst du?

  • Du arbeitest selbst in 3D-Software? GLB.
  • Du schickst es jemandem mit iPhone? USDZ.
  • Es geht in ein CAD- oder Architekturprogramm? OBJ.
  • Es soll auf eine Website? GLB.
  • Unsicher? GLB — und später konvertieren, das liest alles.

Der Export bleibt auf deinem iPhone

Exportieren passiert lokal: Die Datei entsteht auf dem Gerät aus dem Scan, der ohnehin dort liegt — ohne Upload, ohne Konto — und geht dorthin, wohin das Teilen-Menü von iOS sie schickt. Unterwegs wird nichts zu uns kopiert. Das ist dasselbe Prinzip, auf dem die ganze App aufbaut: siehe Schweizer Privacy by Design.

Kurzfassung

  • GLB — eigenständig, öffnet sich überall in moderner Software. Die Standardwahl.
  • USDZ — antippen und in AR ansehen, auf iPhone, iPad und Mac. Das Format für Kunden.
  • OBJ — ein .zip mit Texturen daneben, für CAD und ältere Software.
  • Alle drei bringen Texturen, echten Maßstab und deine Decken-Einstellung mit.
  • Der Export ist lokal — kein Upload, kein Konto.

Raum scannen, Modell exportieren, weiterarbeiten

Scannen, messen und exportieren ist mit FloorLens kostenlos — ohne Konto. iPhone & iPad mit LiDAR, iOS 26+.

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