Schweizer Privacy by Design: warum Ihre Scans das iPhone nie verlassen
Ein 3D-Scan einer Wohnung ist kein gewöhnliches Foto. Er ist eine vermessene Karte davon, wie jemand lebt — jeder Raum, jede Tür, jedes Fenster, oft samt Einrichtung und Adresse. FloorLens beruht auf der Annahme, dass solche Daten bei der Person bleiben sollten, zu der sie gehören. Hier steht genau, was mit einem Scan geschieht — und der einzige Moment, in dem etwas Ihr Gerät verlässt.
Warum ein Grundriss heikler ist, als er aussieht
Über Fotos und Standortverläufe denken die meisten Menschen sorgfältig nach, über Gebäudegeometrie so gut wie nie. Dabei ist ein Scan aufschlussreicher als beides. Er hält die exakte Aufteilung eines privaten Raums fest: die Grösse jedes Zimmers, die Ausrichtung der Fenster, die Lage der Türen und ihre Öffnungsrichtung. Kommen die Fotos aus der Aufnahme und die Adresse dazu, entsteht etwas, das weder Einbrecher noch Datenhändler noch Werbenetzwerke etwas angeht.
Es sind ausserdem Daten, die man nicht zurücknehmen kann. Ein geleaktes Passwort ist in einer Minute geändert; der Grundriss Ihrer Wohnung bleibt richtig, solange Sie dort wohnen. Genau diese Asymmetrie ist das Argument dafür, solche Daten von Anfang an zurückhaltend zu behandeln, statt sie im Nachhinein abzusichern.
Was „Privacy by Design“ hier konkret heisst
Privacy by Design ist ein Grundsatz sowohl im Schweizer Datenschutzgesetz als auch in der DSGVO: Datenschutz soll der Normalzustand eines Produkts sein, in seine Architektur eingebaut, und nicht eine Einstellung, die aufmerksame Nutzerinnen und Nutzer erst suchen müssen. Praktisch läuft das auf eine einfache Frage hinaus — was tut die App, wenn Sie die Einstellungen nie anfassen?
Bei FloorLens lautet die Antwort: Alles bleibt auf Ihrem iPhone. Nicht weil eine Option so gesetzt ist, sondern weil die App keinen Grund hat, etwas zu verschieben.
1. Ihr Scan wird auf dem Gerät verarbeitet
Das Scannen selbst, die Erstellung des Grundrisses, die Messungen, die Raumerkennung und das 3D-Modell werden auf dem iPhone berechnet — mit dessen LiDAR-Sensor und dessen Prozessor. Nichts wird zur Verarbeitung hochgeladen: Es gibt keinen Server, der Ihre Aufnahme in einen Grundriss verwandelt, und damit auch keine Kopie Ihrer Wohnung in irgendeiner Warteschlange.
Dasselbe gilt für alles, was zu einem Scan gehört. Die Objektdaten, die Sie eingeben, der Standort, die Notizen und die Fotos, die Sie während einer Aufnahme machen, bleiben mit dem Scan auf dem Gerät.
2. Ein Konto ist optional
Sie können FloorLens laden und benutzen, ohne jemals ein Konto zu erstellen oder sich anzumelden. Scannen, messen, Räume bearbeiten, Grundrisse erzeugen, ein PDF oder ein 3D-Modell exportieren — nichts davon fragt, wer Sie sind. Eine Identität wird nur für eine einzige Sache gebraucht, dazu gleich mehr.
Das wiegt schwerer, als es klingt. Eine App, die vor allem anderen eine Registrierung verlangt, hat damit per Definition alles, was Sie darin tun, mit einer Identität verknüpft. Weil das Konto optional ist, ist der Normalzustand hier nicht nur lokal — er ist anonym.
3. Ein Scan verlässt das Gerät nur, wenn Sie ihn senden
Es gibt genau einen Weg nach draussen, und der besteht bewusst aus mehreren Schritten. Um einen Scan im Web-Viewer zu veröffentlichen, müssen Sie ein Konto erstellen, sich anmelden und dann ausdrücklich auf die Schaltfläche tippen, die genau diesen Scan hochlädt. Anschliessend teilen Sie den entstandenen Link mit den Personen, die ihn sehen sollen.
Jeder dieser Schritte ist eine bewusste Handlung. Es gibt keine Hintergrundsynchronisation, keine „Produktverbesserungs“-Telemetrie, die Ihre Geometrie mitnimmt, und kein automatisches Backup, das Ihre Scans vorsichtshalber irgendwohin kopiert. Wenn Sie nie auf Hochladen tippen, existiert nichts, was Sie scannen, jemals ausserhalb Ihres Telefons.
4. Was Sie hochladen, bleibt Ihres
Teilen ist keine Einbahnstrasse. Nach der Veröffentlichung behalten Sie die volle Kontrolle über einen Scan und können ihn jederzeit direkt aus der App wieder aus der Cloud löschen — der Link funktioniert dann nicht mehr, und die Daten sind weg.
Und solange er online ist, tut er nichts anderes. Ihre Scans werden nie verkauft, nie an andere Unternehmen weitergegeben und nie für Werbung verwendet. In FloorLens gibt es nirgends Werbung.
Warum wir es schweizerisch nennen
Die Schweiz hat eine lange Gewohnheit, Privatsphäre als Infrastruktur zu behandeln und nicht als Zusatzfunktion — als etwas, woraus man die Mauern baut, und nicht als etwas, das man in den Prospekt schreibt. In dieser Tradition ist FloorLens entstanden, und deshalb kam die beschriebene Architektur zuerst und das Produkt wurde darum herum entworfen, nicht umgekehrt.
Ehrlich gesagt ist es auch die leichter zu verteidigende Position. Daten, die nie erhoben wurden, können nicht abfliessen, nicht beschlagnahmt, nicht von künftigen Eigentümern verkauft und nicht in fremden Sicherheitsvorfällen verloren werden. Die stärkste Datenschutzgarantie, die eine App geben kann, ist schlicht, Ihre Daten gar nicht zu haben — und für ein Werkzeug, das Wohnungen von innen kartiert, war das der einzig vertretbare Ausgangspunkt.
Kurz gefasst
- Scans werden auf Ihrem iPhone verarbeitet. Für einen Grundriss ist kein Upload nötig.
- Details, Standort und Fotos bleiben beim Scan, auf dem Gerät.
- Kein Konto nötig, um zu scannen, zu messen, zu bearbeiten oder zu exportieren.
- Nichts wird hochgeladen, solange Sie sich nicht anmelden und für diesen Scan ausdrücklich auf Hochladen tippen.
- Alles Hochgeladene können Sie löschen — jederzeit, aus der App, aus der Cloud.
- Nie verkauft, nie weitergegeben, keine Werbung.
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